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Panik und Hamstereinkäufe bei Stromausfall?

Verfasst von Christian Randegger am 3. August 2021
Wie verhalten wir uns als Menschen in Katastrophen und Notlagen?

Im neusten Bericht des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) wird Strommangellage als grösstes Risiko eingestuft. Im KRISENKOMPASS® werden diese Themen eingehend behandelt. Und dabei geht er noch einen Schritt tiefer und fragt sich z.B. Wie verhalten sich Menschen in Katastrophen und Notlagen?


Auszug aus dem KRISENKOMPASS®:

Grundsätzlich

  • Die Forschung zum Verhalten von Individuen und Gruppen in Katastrophensituationen legt die Erwartung nahe, dass auch bei einem Stromausfall sowohl unsoziale, illegale und aggressive Aktionen als auch Mitgefühl und Hilfsbereitschaft, rationales und entschlossenes Handeln zutage treten werden
  • Das Wissen über die sozialen und sozialpsychologischen Dimensionen einer solchen Katastrophe ist aber ungenügend
  • Bricht die Stromversorgung zusammen, sind alltägliche Handlungen infrage gestellt und gewohnte Kommunikationswege grösstenteils unbrauchbar
  • Die damit verbundenen Gefährdungen und Ungewissheiten verunsichern die Bürger und erschüttern ihre Überzeugung von der Kontrollierbarkeit ihrer Lebensbedingungen.
  • Dies wird dadurch verstärkt, dass der Stromausfall die Betroffenen unvorbereitet und unter der Bedingung der zeitlichen Unbestimmtheit trifft
  • Stockt die Versorgung, fehlen Informationen und beginnt die öffentliche Ordnung zusammenzubrechen, entstehen Ohnmachtsgefühle und Stress
  • Die aus Angst und Ungewissheit resultierenden Folgen für das Verhalten der Menschen sind keinesfalls homogen
  • Vielmehr ist zu erwarten, dass ein breites Spektrum unterschiedlicher und teils widersprüchlicher Reaktionen auftreten wird:
    • Manche Individuen und Gruppen fallen hinter die etablierten Normen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zurück
    • Sie werden rücksichtsloser, aggressiver und gewaltbereiter
    • Die Bereitschaft zu helfen kann abnehmen
    • Andererseits werden auch Reaktions- und Verhaltensformen wie Kooperation, Empathie und Hilfsbereitschaft auftreten, wodurch die Betroffenen das Gefühl der Bewältigbarkeit der Katastrophe gewinnen

Mitglieder der Hilfsorganisationen:

Diese erleben die Folgen des Stromausfalls als

  • Extremen Stress
  • Hohe körperliche und psychische Belastung
  • Fehlende Ressourcen und unzureichende Koordinierung vor Ort
  • Unterschiedliche Organisationskulturen können fehlerhaftes Gefahrenverhalten verursachen
  • Effiziente Kommunikation und Zusammenarbeit der Einsatzkräfte sind erschwert
  • Konflikten zwischen den Helfern kommen dazu

Gruppen:

  • Das Verhalten von Gruppen und Individuen in einem Katastrophenfall ist ein noch nicht ausreichend erschlossener Untersuchungsgegenstand
  • So fehlen Analysen zum Schutz-, Flucht- und Unterstützungsverhalten der Bevölkerung sowie zur Belastungsakkumulation in langandauernden Bedrohungslagen
  • Zugleich existiert hierzu aber eine Reihe von weitgehend fragwürdigen Annahmen – insbesondere zu erwartbaren, überwiegend unsozialem, apathischem oder panikartigem Verhalten der Bevölkerung
  • Dagegen wird z.B. bei Hurrikans regelmässig prosoziales, hilfreiches Verhalten erkennbar
  • Eher unklar ist bei länger andauernden Katastrophen das Verhalten von Helfern
  • Welches fördernde und hemmende Faktoren der Kommunikation sind, ist dabei noch eher unerforscht

Hamstereinkäufe?

  • Erst ab dem zweiten Tag, da zu Beginn des Stromausfalls die Mehrheit der Öffentlichkeit nicht von einem lang andauernden Stromausfall ausgehen wird
  • Durch eine zielgerichtete Krisenkommunikation kann die Bevölkerung beruhigt werden

Plünderungen?

  • Kritisch werden die Reaktionen der Bevölkerung vor allem dann, wenn die Bewältigungsstrategien nicht mehr ausreichen, um mit der aktuellen Situation umzugehen
  • Eine hohe Arbeitslosigkeit, ein niedriges Pro-Kopf-Einkommen gepaart mit einer ungleichen Vermögensverteilung sowie eine schlechte Infrastruktur haben grossen Einfluss auf den Umgang mit dem Stromausfall und den Bewältigungsprozessen
  • Das heisst nicht, dass Menschen mit einer geringen Ressourcenausstattung in einer Krisensituation automatisch zu Plünderern werden, doch die Wahrscheinlichkeit des sozialen Unmuts steigt, wenn die Notlage dieser Menschen nicht durch ein funktionierendes Krisenmanagement und einer gelungenen Krisenkommunikation aufgefangen wird
  • Plünderungen kann durch die Präsenz von Sicherheitspersonal vor den geöffneten Märkten entgegengewirkt werden

Hier sind die dazugehörigen Dossiers des Bundes hinterlegt (Nationale Risikoanalyse von Katastrophen und Notlagen). Selbstverständlich finden Sie diese auch im Archiv des KRISENKOMPASS®.

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